Museum im Dominikanerinnenkloster Kleines Klingental : Lichterglanz und Totentanz – Das Dominikanerinnenkloster Klingental im mittelalterlichen Basel . 29. 10. 2016 bis 23. 4. 2017

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Museum Kl. Klingental: Lichterglanz & Totentanz
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Museum im Dominikanerinnenkloster Kleines Klingental : Lichterglanz und Totentanz – Das Dominikanerinnenkloster Klingental im mittelalterlichen Basel .  29. 10. 2016 bis 23. 4. 2017

Ausstellung im Museum Kleines Klingental vom 29. Oktober 2016 bis 23. April 2017: Vernissage: 26. Oktober 2016, 18 Uhr, Grosses Refektorium im Kleinen Klingental

Das Dominikanerinnenkloster Klingental war im mittelalterlichen Basel von grosser religiöser wie wirtschaftlicher Bedeutung. Es war das reichste und grösste Kloster der Stadt. Seine Seelenmessen und Feiern sowie ein einzigartiges Pilgerheiligtum zogen damals viele Besucher an. Die kleine Sonderausstellung präsentiert ausgewählte Relikte und Kunstwerke des Klosters und führt viele von ihnen erstmals seit der Konventsauflösung im 16. Jahrhundert wieder an ihren Ursprungsort zurück.

1274 liess sich eine kleine Gemeinschaft von Dominikanerinnen, die zuvor bei Wehr im Schwarzwald gelebt hatte, in einem am äussersten Rande Kleinbasels neu errichteten Konventsgebäude nieder und begründete damit das Basler Kloster Klingental. Aufgrund des hoch angesehenen Gebets der Nonnen, der Feier von Mariä Lichtmess sowie eines einzigartigen Pilgerheiligtums war das nach seinem Gönner, dem Ritter und Minnesänger Walther von Klingen (gest. 1286), benannte Kloster ein von der Bevölkerung geschätzter und vielbesuchter sakraler Ort. Für zahlreiche Bewohner Basels stellte es andererseits auch einen wichtigen Arbeitgeber dar, denn das Kloster besass und verwaltete mehrere Wirtschaftsgebäude und Mühlen und trug daher stark zum Aufblühen Kleinbasels bei. Obwohl die wechselvolle Geschichte nach der Konventsauflösung im Zuge der Reformation in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts tiefgreifende Veränderungen mit sich brachte, existieren von der einst ausgedehnten Klosteranlage noch immer zwei Gebäude: der Gründungsbau – das «Kleine Klingental» – und die Klosterkirche. Neben zahlreichen Architekturfragmenten und Urkunden sind glücklicherweise ausserdem Siegelstempel und einige Handschriften sowie eine kleine Anzahl an prächtigen Kunstwerken der luxuriösen Klosterausstattung erhalten geblieben oder zeichnerisch überliefert.

Die kleine Sonderausstellung, die von der Kunsthistorikerin Caroline Schärli kuratiert und von EMYL – Innenarchitektur und Szenografie gestaltet wurde, rundet das vom Museum Kleines Klingental mit zahlreichen Veranstaltungen im Jahr 2016 gefeierte 800-Jahr-Jubiläum des Dominikanerordens ab. Sie präsentiert ausgewählte Relikte und Kunstwerke des Klosters, die sich heute in verschiedenen Museen, Bibliotheken und Archiven befinden, und führt viele von ihnen erstmals wieder an ihren Ursprungsort zurück. Die Exponate lassen dabei die Geschichte, die Bauwerke und ihre künstlerische Ausstattung sowie den religiösen Alltag des Klingentalklosters, in dem zeitweise bis zu 52 Nonnen lebten, auf lebendige Weise erfahren. Die Ausstellung lädt aber ebenso dazu ein, das Klingental für einmal nicht nur als Museum wahrzunehmen, sondern auf einem Rundgang durch die Anlage das ehemalige Kloster zu entdecken und dabei auch seinen verborgenen Spuren nachzugehen.

Die Ausstellung zeigt neben eindrucksvolle Urkunden – darunter eine Walthers von Klingen und Rudolfs von Habsburg – und originalen Siegelstempeln des Konvents und seiner Vorsteherin das Jahrzeitbuch des Klingentalklosters, das die wichtigste administrative Grundlage der Seelenmessen bildete, das Gebetbuch der Klingentaler Nonne Margret Zschampi sowie mittelalterliche Gesangbuchfragmente, die von der nachreformatorischen Klosterverwaltung als Bucheinbände wiederverwendet wurden. Höhepunkte der Ausstellung und zugleich der oberrheinischen Kunst des 15. Jahrhunderts stellen eine feingearbeitete, farb- und goldgefasste Statuettengruppe sowie ein grosser, farbenprächtiger Wirkteppich dar – zwei wertvolle Werke, die einst wohl Altäre der Klingentaler Klosterkirche schmückten und in ihrer Komposition einmalig sind. Ein weiter Fokus der Ausstellung liegt auf dem von Emanuel Büchel (1705–1775) überlieferten umfangreichen Totentanzzyklus, der sich als monumentale Wandmalerei im Kreuzgang des Klosters (der heute nicht mehr existiert) befand. Während das Euphrosynegrab als einziges Heiligengrab Basels sowohl Bürger der Stadt als auch Pilger aus dem Umland in die Klingentaler Klosterkirche lockte, befand sich der Totentanzzyklus im Klausurbereich und war damit den Nonnen vorbehalten. Der im Gegensatz zum Grossbasler Totentanz zu Unrecht kaum bekannte Klingentaler Zyklus stellt einen wichtigen Vertreter dieser im Spätmittelalter aufkommenden Gattung dar, welche die Unausweichlichkeit des Todes und die Gleichheit der Stände vor dem Tod in bewegten Bildern und lebendigen Versen vor Augen führt. In der Ausstellung lässt sich der Klingentaler Totentanz mittels des Kreuzgangmodells von Alfred Peter von 1941/42 sowie einer neuen digitalen Präsentation erfahren, die die einzelnen Tanzpaare und Verse in den farbigen Zeichnungen Büchels zugänglich macht.


Hinweise:
Die Sonderausstellung im Museum Kleines Klingental dauert vom 29. Oktober 2016 bis zum 23. April 2017. Öffnungszeiten: Mittwoch und Samstag 14 bis 17 Uhr, Sonntag 10 bis 17 Uhr. Das Begleitprogramm sowie ein Leporello zur Ausstellung finden Sie auf der Website des Museums: http://www.mkk.ch

Bild 1: Wirkteppich aus dem Klingentalkloster: Drei Szenen aus der Christusvita und Heilige, Mitte 15. Jahrhundert. HMB – Historisches Museum Basel, Inv. 1920.107. Foto: Allan Eaton.

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Bild 2: Statuettengruppe aus dem Klingentalkloster: Die heilige Ursula mit fünf Gefährtinnen und Bischof Pantalus, 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. HMB – Historisches Museum Basel, Inv. 1967.100. Foto: Maurice Babey. http://www.mkk.ch/cms928/wp-content/uploads/2016/10/Medienbild_Ausstellung_Lichterglanz_2-1.jpg

Bild 3: Emanuel Büchel, «Tod mit König» aus dem Klingentaler Totentanz-Wandmalereizyklus, Aquarell, 1768. Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett, Skb. A 48 h, fol. 15r. Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler. http://www.mkk.ch/cms928/wp-content/uploads/2016/10/Medienbild_Ausstellung_Lichterglanz_3.jpg

Bild 4: Das Kloster Klingental im Vogelschauplan der Stadt Basel von Nordosten von Matthäus Merian d. Ä., 1615/1617. Staatsarchiv Basel-Stadt, Bild 1, 291, Detail. http://www.mkk.ch/cms928/wp-content/uploads/2016/10/Medienbild_Ausste
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Bild 5: Die Klingentalkirche von Südosten. Denkmalpflege Basel-Stadt, Foto: Kathrin Schulthess, 2011. http://www.mkk.ch/cms928/wp-content/uploads/2016/10/Medienbilder_Ausstellung_Lichterglanz_5.jpg

Weitere Auskünfte:
Dr. Gian Casper Bott, Tel. +41 (0)61 267 66 41, mailto:gian.bott@bs.ch
Leiter Museum Kleines Klingental Caroline Schärli, MA, Tel. +41 (0)79 359 23 32, 
mailto:caroline.schaerli@unibas.ch Kunsthistorikerin, Kuratorin der Ausstellung

Marc Keller, Leiter Kommunikation
mailto:marc.keller@bs.ch
http://www.bvd.bs.ch
Bau- und Verkehrsdepartement
Muensterplatz 11, CH-4001 Basel, Switzerland
Tel. +41 61 267 91 52 Fax +41 61 267 91 50
http://www.bvd.bs.ch, mailto:bvdgs@bs.ch

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