Der Gencode des hellen Hautkrebs ist entschlüsselt

Prof. Dr. Eggert Stockfleth, Leiter des Haut Tumor Centrums der Berliner Charité Weltgesundheitstag 2007,
Thema: Hauterkrankungen

UVB-Strahlen schädigen die oberste Hautschicht - Wenn die körpereigene Abwehrkräfte versagen, entstehen gelblich-bräunliche Verhornungen auf den "Sonnenterrassen der Haut"
Forscher des Haut Tumor Centrums der Berliner Charité haben nun entschlüsselt, welche Gene für die Entstehung des hellen Hautkrebses verantwortlich sind. Mit der Analyse der Genstruktur geschädigter Hautzellen lässt sich herauszufinden, ob wichtige körpereigene Reparatur-Gene geschädigt sind.
Der Weltgesundheitstag wird am 7. April begangen. Hauterkrankungen gehören zu den Themen, die nicht nur an diesem Tag im Mittelpunkt stehen.
Forscher des Haut Tumor Centrums der Berliner Charité haben nun entschlüsselt, welche Gene für die Entstehung des hellen Hautkrebses verantwortlich sind. UV-B-Strahlen schädigen die Oberhaut. Im Normalfall ist eine solche Schädigung vollkommen ungefährlich, weil das Immunsystem die Schädigung repariert. Bestimmte Gene sorgen dafür, dass die körpereigenen Reparaturmechanismen versagen. Mit einem Gentest lässt sich nun herausfinden, ob die Behandlung Fortschritte macht. Denn dann sind weniger Gene geschädigt, die für die "Reparatur" verantwortlich sind. Und: "Die Untersuchungen werden auch zu neuen Behandlungsmethoden führen", sagt Prof. Dr. Eggert Stockfleth, Leiter des Haut Tumor Centrums .

Volkskrankheit heller Hautkrebs

In Deutschland wird die Diagnose "heller Hautkrebs" bei rund 250.000 Patienten jedes Jahr neu gestellt. Grund: UVB-Strahlen schädigen die oberste Hautschicht. Schaffen es die körpereigene Abwehrkräfte nicht, diese Zellschäden zu reparieren, entstehen gelblich-bräunliche Verhornungen an Gesicht, Stirn, Oberarmen und Handrücken. Bei jedem zehnten Patienten entwickelt sich aus diesen aktinischen Keratosen ein Plattenepithelkarzinom, das in die Haut einwächst, die tieferliegenden Schichten zerstört und im Laufe der Zeit Metastasen bilden kann. Eine Analyse der Genstruktur geschädigter Hautzellen ermöglicht es, herauszufinden, ob Gene geschädigt sind, die diesen Reparaturmechanismus steuern.

Diese Untersuchung hat zwei Vorteile für den Patienten: "Es lässt sich abschätzen, ob der Patient ein erhöhtes Risiko hat, dass sich aus seiner aktinischen Keratose ein Plattenepithelkarzinom entwickelt", erklärt Prof. Stockfleth. "Zum anderen lassen sich Behandlungsfortschritte mit dem Gentest besser beurteilen. Schlägt die Behandlung an, sind weniger Gene geschädigt, die für den Reparationsmechanismus zuständig sind." Inzwischen hat sich gezeigt: "Die Kombination aus Diclofenac und Hyaluronsäure (enthalten z.B. in Solaraze-Gel) ist am wirksamsten bei der Verminderung gestörter Genabschnitte." Und davon profitieren die Patienten: Das Solaraze-Gel hemmt die Produktion des Botenstoffs Prostaglandin, der das Wachstum von Krebszellen begünstigt und die Aktivität körpereigener Killerzellen hemmt. Umfangreiche Studien zeigen: Solaraze hilft bis zu 75 Prozent der behandelten Patienten

Sonnencreme allein reicht nicht

Zum Schutz vor Hautkrebs sollten Kinder in der Sonne Kleidung tragen
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Baierbrunn (ots) 15.07.2007 - Kinder sollten nur bekleidet in der Sonne
spielen. Das legen neue Forschungen zur Entstehung von Hautkrebs und
zur Schutzwirkung von Sonnencremes nahe. Mehrere Studien haben
ergeben, dass Sonnencremes keinen ausreichenden Schutz gegen den
häufig tödlichen schwarzen Hautkrebs ("Melanom") bieten. Dem weniger
gefährlichen "hellen Hautkrebs" beugen sie allerdings vor. Eincremen
ist deshalb nach wie vor geboten. Besonders bei Kindern aber reicht
dies nicht aus. "Sie müssen durch Kleidung geschützt werden", betont
Professor Claus Garbe, Hautkrebsexperte an der Universitätshautklinik
Tübingen in der "Apotheken Umschau". Tumorstatistiken zeigen: Um
mindestens das Vierfache ist die Erkrankungszahl am schwarzen
Hautkrebs seit 1970 angestiegen. "Das Melanomrisiko entwickelt sich
vor allem in der Kindheit", erklärt Garbe. Hautärzte bemängeln ein
falsches Verständnis von Sonnenschutzmitteln: Sie sollen schützen,
aber nicht zum exzessiven Sonnenbad verleiten.

Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 7/2007 B liegt in den
meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung
an Kunden abgegeben.

Kontakt:
Ruth Pirhalla
Pressearbeit
Tel.: 089 / 7 44 33-123
Fax: 089 / 744 33-459

Regelmäßige Solarium-Nutzung steigert bei unter 30-Jährigen das Krebsrisiko um bis zu 75 Prozent

<< obx-medizindirekt 10-3:  . So gefährlich wie das Rauchen>>
 www.obx-medizindirekt.de  und www.obx-news.de;  redaktion@obx-medizindirekt.de

 Regensburg (obx-medizindirekt) – Bei der Solarium-Nutzung sind die Deutschen Weltmeister. Mehr als 5.000 Sonnenstudios gibt es nach Schätzung des Bundesamtes
 für Strahlenschutz (BfS) bundesweit. Mehr als elf Millionen Bundesbürger zwischen 14 und 49 Jahren haben in den letzten zwölf Monaten ein Solarium besucht. Davon  5,2 Millionen regelmäßig, mindestens einmal pro Woche – unbeeindruckt von allen Expertenwarnungen. Denn Fakt ist: 140.000 Menschen erkranken pro Jahr neu an
 Hautkrebs, mit drastischen Steigerungsraten vor allem in den jüngeren Altersgruppen. 22.000 davon an besonders gefährlichem Schwarzen Hautkrebs.
Regelmäßige Solarium-Nutzung steigert bei unter 30-Jährigen das Krebsrisiko um bis zu 75 Prozent. Foto: obx-medizindirekt
„Wer vor dem 30. Lebensjahr regelmäßig Solarien nutzt, steigert sein Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, um bis zu 75 Prozent“, warnt die Deutsche Krebshilfe. „Die Patienten sitzen reihenweise in den Praxen und haben Hautkrebs durch falschen Umgang mit der Sonne“, berichtet Thomas Stavermann vom Bundesverband der Hautärzte.
Von Solarien geht nach Experteneinschätzung der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) eine ebenso große Krebsgefahr wie etwa von Zigaretten aus. Daher
 stufte die Krebsforschungsagentur, die auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berät, Solarien und andere UV-Bräunungsgeräte in die höchste Krebsrisiko-Kategorie ein. Solarien gelten damit als „krebserregend". Bislang waren sie nur als „wahrscheinlich krebserregend" eingestuft worden. Nunmehr wird die
 Gefahr von Solarien aber auf eine Stufe mit der Gefahr von Zigaretten oder Asbest gestellt.
 Auch wenn das Solarienverbot für Jugendliche unter 18 Jahren mittlerweile rechtskräftig ist und Sonnenstudio-Besitzern bei Missachtung Strafen von bis zu 50.000 Euro drohen, fordert die Deutsche Krebshilfe nochmals verschärfte Mindestanforderungen für Solarien. Sie sollen vor allem die jungen Volljährigen schützen, die sich trotz
 aller Warnungen nicht vom Solariumbesuch abhalten lassen, meinte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Krebshilfe. Derzeit erarbeitet das Bundesumweltministerium eine das Gesetz ergänzende Verordnung, die Qualitätsvorschriften und Sicherheitskriterien für die Solariennutzung durch Erwachsene benennt.
Nach einer gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für Dermatologische Prävention (ADP) erstellten Studie hat mehr als ein Viertel der derzeit 14 Millionen Nutzer von Solarien bereits zwischen zehn und 17 mit dem künstlichen Bräunen angefangen. In vielen Tausenden von ihnen tickt die Zeitbombe, an Hautkrebs zu erkranken.
 Deshalb ist Vorsorge wichtig. Bei rechtzeitiger Erkennung ist Hautkrebs nahezu zu 100 Prozent heilbar.
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