Zeitschrift für Literatur Nr.106 der 'allmende' . Zeitenwende, Hansgeorg Schmidt-Bergmann, Hg.

 

Alissa Walser, Aquarell, 40x40 cm, 2020
zu
Marin Walsers Gedicht:
'Sprachlaub oder:
Wahr ist, was schön ist'.

Neben dem verum und pulchrum fehlt noch das bonum?!
m+w.p21.2 < k.>
https://www.kultur-punkt.ch/diskurs-platon-akademie-4-0/pa4-diskurs-topoi-aktuell-a_z.html

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Belletristik - nach Topoi > Werkzeug/en der Gestaltung + Betrachtung
Literatur - Zeitenwende . 'allmende 106
.be-mdv20-2allmende-106.

Online-Publikation: Februar 2021 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Zeitschrift für Literatur Nr.106 der 'allmende' . Zeitenwende, Hansgeorg Schmidt-Bergmann, Hg. >>
mdv 92 S., Br., 160 x 240 mm: s/w-Abb. ISSN 0720-3098; 12,00 € ; € 12 / sFr 16,80
Mitteldeutscher Verlag 40. J. , 06112 Halle (Saale); http://www.mitteldeutscherverlag.de
http://www.allmende-online.de/

.Charakteristik
> Die allmende – Zeitschrift für Literatur geht 2020 in das 40. Jahr – vollständig digitalisiert,
ist nicht nur in Baden-Württemberg eine der herausragenden Veröffentlichungen ihres Genres. Sie wurde 1981 gegründet, erscheint zweimal im Jahr im Mitteldeutschen Verlag Halle und wird von Hansgeorg Schmidt-Bergmann im Auftrag der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe herausgegeben und zusammen mit Matthias Walz redigiert.
> Die allmende ist in Baden-Württemberg eine der herausragenden Veröffentlichungen ihres Genres.
> Ausgezeichnet: Die Literaturzeitschrift allmende erhielt den Kulturförderpreis des Landes Baden-Württemberg – Preisverleihung in der Stadtbibliothek Stuttgart
Die allmende – Zeitschrift für Literatur
ist nicht nur in Baden-Württemberg eine der herausragenden Veröffentlichungen ihres Genres. Sie wurde 1981 gegründet, erscheint zweimal im Jahr im Mitteldeutschen Verlag Halle und wird von Hansgeorg Schmidt-Bergmann im Auftrag der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe herausgegeben und zusammen mit Matthias Walz redigiert.

Inhalt
Welche Folgen hat die Corona-Pandemie für Gesellschaft und Kultur? Erleben wir mit und nach Corona eine Zeitenwende? Was wird bleiben? Eine Rückbesinnung auf Entschleunigung, Klimaschutz, nachhaltige Produktion und Lebensweisen – oder sind wir auf dem Weg in eine repressive Gesellschaft? Die Beiträger*innen dieser allmende-Ausgabe reflektieren intensiv über mögliche Folgen der aktuellen Corona-Krise, von der die ganze Welt betroffen ist. Ziel ist, Tendenzen und Perspektiven in verschiedenen Bereichen aufzuzeigen: Literaturbetrieb, Digitalisierung, Arbeitswelt, Politik.

Fazit, vorangestellt und verlassen
Wenn Interessenten die ersten Seiten nach dem Vorsatz dem Impressum mit den Bildnachweis im Printformat begegnen stossen auf 5 Punkt unlesbare 'vollständig digitalisierte' Schriftgrössen und grauen Zwischentitel in schwarzem Umfeld.
So merken Gewiefte, dass die LayouterInnen von einem total-digitalen pdf-Format blindlings ausgehen, in der unprofessionell-falschen Gender-Annahme , dass das Digitale Lesegerät die Schriftgrössen den Blick der Interessierten beliebig vergrössert, was im Print unerträglich erscheint.
Da wir Printformate kulturell bevorzugen, verlassen wir im Namen der Betroffenen das Fazit-Gelände bis auf weiteres…
m+w.p21.2 < k.>
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Mit Beiträgen von
Clemens Berger, Ulrike Draesner, Marc Elsberg, Lena Gorelik, Vea Kaiser, Björn Kern, Andreas Kohm, Nadja Küchenmeister, Lucia Leidenfrost, Eva Menasse, Bernhard Pörksen, Ursula Poznanski, Andreas Rödder, Peter Schneider, Philipp Staab, Peter Stamm, Simon Strauß, Marlene Streeruwitz, Jan Wagner, Martin Walser, Insa Wilke und anderen.


Leseprobe
Vea Kaiser, Clemens Berger, Ursula Poznanski und Marc Elsberg: "Tischgespräch zur Gegenwart" (PDF)
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Editorial
»Ich nehme auf jeden Fall wahr, dass der Literatur von Männern anders begegnet wird als der von Frauen. Bücher von männlichen Autoren sind für alle da, Bücher von Autorinnen werden meist von Frauen gelesen. Das ist eine ganz seltsame Vorstellung, die bei vielen Männern vorherrscht, nämlich dass die Kunst von Frauen sie nicht betrifft.«
Giulia Becker
Von einem Umdenken ist die Rede, von der Sichtbarkeit der Autorinnen in der kulturellen Öffentlichkeit, im Literaturbetrieb und in den Verlagsprogrammen. »Feminismus ist inzwischen sexy«, schreibt Isabella Caldart. Doch Feminismus ist kein bloßes Schlagwort und kein kurzfristiger Trend, auch wenn symbolträchtige Botschaften einen kulturellen Wandel suggerieren, eine Hegemonie, die erst einmal äußerlich erscheint. Jurys, wie bei den ARD-Hörspieltagen, werden ausschließlich von Frauen besetzt und in den Theatern sind es die Frauen, die jetzt die Programme neu mustern. Künstlerinnen, die in der offiziellen Kunstgeschichte lediglich in Fußnoten erwähnt wurden, werden jetzt in großen Ausstellungen gewürdigt und Dirigentinnen feiern große Erfolge – vieles ist zu entdecken und verändert unsere Wahrnehmung. Zumindest der Kulturbetrieb ist – was den Feminismus betrifft – in Bewegung. Er bietet auf Dauer vielleicht ein Modell und stellt eine Aufforderung auch an die Vorstände der DAX-Konzerne dar, endlich auch Frauen in die einflussreichen Gremien zu berufen, was längst überfällig ist. Die Gesellschaft ist in Bewegung und beginnt sich neu zu ordnen. Was selbstverständlich erschien, ist zunehmend gefährdet. Die markante Veränderung des Klimas sollte offenkundig sein, der Fortschrittsbegriff des 19. und 20. Jahrhunderts erweist sich als unhaltbar, der Konsum und der Materialismus produzieren den Müll, der unsere Meere und ganze Regionen global buchstäblich ersticken lässt. Die Opposition nimmt zu, auch individuell. Nachhaltigkeit, Vintage und der elegische Blick auf das Analoge, die vegane Ernährung und alternative Formen der Mobilität sind mehr als nur Stichworte. Die Reflexion der gesellschaftlichen Realität folgt neuen Mustern und hat das Selbstverständnis der Literatur in den letzten Jahren verändert. Das betrifft primär die »jüngere« Literatur. In der letzten Nummer der allmende haben wir unter dem Titel »Alle unter dreißig« begonnen, nach den Charakteristika der neuen zeitgenössischen Literatur zu fragen. Daran schließen die Beiträge der vorliegenden Ausgabe an. Welchen Anspruch haben die aktuellen feministischen Reflexionen, die gerade auch im Internet formuliert werden? »Feministischer Aktivismus findet mittlerweile überwiegend mit Bildern im Social Web statt«, konstatiert Annekathrin Kohout in ihren Reflexionen über den Netzfeminismus: »Frauen können sich besser vernetzen und unabhängige Öffentlichkeiten etablieren« und tradierte imaginierte Bilder des Weiblichen subversiv dekonstruieren. Identität, Eroberung der kulturellen und gesellschaftlichen Räume und selbstbestimmte Körperlichkeit stehen für den Anspruch, alltäglicher Sexismus und männliche Gewalt dagegen für die dauernden Verletzungen, die als ein Teil des offenen Antifeminismus und Rassismus verstanden werden. Das artikuliert sich in den hier versammelten Texten. Caroline Rosales empfindet es daher als Ermutigung, dass es die jungen Frauen sind, die zu den Lesungen kommen: »Oft sind sie Anfang 20 und haben sich sehr intensiv mit feministischer Literatur beschäftigt. Sie wissen genau, was sie wollen und wo ihre Grenzen sind – und sprechen alles offen aus.«

Es sind Momentaufnahmen, die wir dokumentieren, Positionen, die den Feminismus neu definieren, selbstbewusst und fordernd. Wir danken allen Beiträgerinnen für die Mitarbeit. Die literarischen Texte und die Interviews geben einen Einblick in die gegenwärtigen Diskussionen und ihre ästhetische Transformation. Die abschließenden Rezensionen lassen sich auch als ein Forschungsbericht lesen, der die wesentlichen Neuerscheinungen im Kontext eines neuen Feminismus berücksichtigt. Dieser steht am Beginn und auf der Suche nach den adäquaten Formen. »Eine neue Sprache erfinden«, heißt es bei Anna Gien – und »Wenn ich mich erklären könnte, müsste ich nicht schreiben.« Literatur im Kontext eines neuen Feminismus ist eine, die unmittelbar auf das Leben und auf Veränderung zielt – und die ist notwendig.
Matthias Walz & Hansgeorg Schmidt-Bergmann

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