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Online-Publikation: Mai 2008 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Andresky, Sophie: Echte Männer. Was Frauen wirklich wollen
>>
188 Seiten. Fadenheftung. Fester Einband. Haffmans Verlag. 9,90 €.
GP. Nr. 240110.
http://www.zweitausendeins.de; Angela.Tieger@geonet.de
Inhalt
Noch nie wurde öffentlich über Sex zwischen Himmel und Erde,
Matratze und Laken so viel geredet, geschrieben, gezeigt wie heute.
Alle haben geilen, scharfen Sex, immer knackig und dauerrattig. Und
schon lange nicht hatten wir so wenig Sex. Sophie Andresky,
"Deutschlands führende Kolumnistin in Sachen Erotik" (WDR), bringt
es (neudeutsch) auf den Punkt: Wir sind "oversexed und underfucked."
Die Wahrheit in unseren Betten: Sexverweigerung. Fummeln? Nö, zu
anstrengend. Sagen die Männer. Und die Frauen? 70% sind - so hat es
Die Welt ermittelt - mit ihrem Sexleben unzufrieden. Was ist
passiert? Liegt es an der Reizüberflutung in den Medien und auf
Plakatwänden?
Alles falsch, sagt Sophie Andreskys ("kaum eine schreibt so
freizügig wie sie", Brigitte), Männer wissen nur nicht, was Frauen
wirklich wollen: "Sex muss nicht mörderromantisch und hollywoodartig
sein. Einfach mal ficken, ist auch nett." Den Männern rät sie: "Wenn
ihr der Meinung seid, eure Freundin liegt beim Sex da wie ein
überfahrener Waschbär auf der Autobahn, dann teilt ihr das mit
(vielleicht nicht in diesem Wortlaut)." Doch die Herren sollten sich
vor allem auskennen:
Sophie Andresky zeigt in 27 Kapiteln, was Frauen erwarten; Frauen,
die sich den Spaß an der Lust nicht nehmen lassen wollen, sondern
Sex wie Atemluft brauchen, mit Freude an seiner Verfeinerung
Vollbeschäftigung finden ("Geschickte Finger sind nicht nur beim
Zusammenschrauben eines Radios von Vorteil") und sich wie andere an
eleganten Lösungen und Wendungen erfreuen können. "Wir Frauen sind
wie Kleopatra: Wir wollen nicht nur Marc Aurel. Wir wollen das
gesamte Römische Reich. Mit allen seinen Sklaven!"
"Fast unmerklich ihre Übergänge von Nüchternheit zur Schärfe, von
Sexjob zu Joy of Sex zwischen Hurerei und Humor. Sex real in
phantastischen Texten, mit Frauen in postfeministischen Mutposen",
gab der Evangelische Buchberater nach der Lektüre jede Zurückhaltung
auf.
Fazit
Autorin Sophie Andresky von ": Echte Männer. Was Frauen wirklich
wollen" im O-Text: "Wenn Sie als Mann über harten Sex schreiben,
können Sie auf den Index kommen. Bei Frauen ist es Emanzipation."
Sie spricht schreibend klipp und klar was Sache ist und wie es zur
Sache kommt und liegt, meidet jede Duckmäuserei, bringt es auf den
Punkt, was Männer nur in Gedanken wagen oder abseits der
Direkt-Beziehung wie aktuell Martin Walser leisetreterisch und
abgehoben versucht im O-Text: "War es das?...Als er aufwachte, hatte
er sein Teil in der Hand, und das war steif?" War es das, was Martin
Walser in seinem Roman " Ein liebender Mann" mitteilen wollte und
was teilweise die Gemüter - mehr der Kritikerinnen - gegen ihn
aufbrachte, erhitzte? Sein retrospektives Fernweh entpuppt sich als
alterspubertäres Getue, neben der gekonnten Sprachgewalt, die bei
Andresky genauso nahe geht, so dass er in der Hose steht - samt
Lesefaden zum Verweil'... w.p.
Vertiefender Hinweis dazu:
http://www.kultur-punkt.ch/buchtipps-allgemein/rowohlt08-3walser-liebendermann.htm
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